Es ist fast schon aufgelegt, dass ich diesen Blog mit Christina Stürmer starte. War sie es doch, die mich zur Musik – und vor allem zum Popgesang – geführt hat. Christina, damals noch als Christl bekannt, war auch mein allererstes Konzert. Seit 2003 pflege ich meine ganz persönliche Tradition: Ich besuche jedes Konzert von Christina Stürmer, das in meiner Nähe stattfindet. Egal, ob ich in München oder Berlin gewohnt habe. Homecoming – diesmal Open Air in der Arena Wien. Ein Sommerabend, der nach Nostalgie riecht und doch ganz im Jetzt pulsiert.
Christina Stürmer feierte mit der Aufnahme ihres MTV Unplugged-Konzerts im Wiener Volkstheater 2023 ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Schon damals konnte ich Tickets ergattern und war live bei den Aufnahmen dabei. Seit 2024 tourt sie mit der Akustikshow durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Am 4. Juli 2025 machte die MTV Unplugged-Tour in der Arena Wien Halt. Ich war dabei – und hier ist meine Meinung zum Konzert.
Unplugged, aber voll aufgeladen
Das Wetter meint es gut mit uns: 25 Grad, leicht bewölkter Himmel – perfekte Bedingungen für ein Open-Air-Konzert. Als Voract tritt die österreichische Sängerin und Songwriterin Oska auf, die später in der Show noch einmal gemeinsam mit Christina performen wird.
Die Bühne ist – wie schon bei der Aufzeichnung – minimalistisch gehalten. Die Band sitzt größtenteils. Christina erklärt gleich zu Beginn, dass es bei MTV Unplugged einige feste Regeln gibt – eine davon: Die gesamte Band inklusive Hauptkünstlerin muss 80 % der Zeit sitzen. Damit Christina öfter stehen kann, hat sich die Band freundlicherweise dazu verpflichtet, den Abend größtenteils im Sitzen zu verbringen.

Zwischen Hits und neuen Arrangements
Der Abend beginnt mit dem Song „Was wirklich bleibt“ – und sofort springt die ansteckende gute Laune und Energie von Christina Stürmer über. Sie erzählt aus ihrem Leben, lacht, berührt – keine Sekunde wirkt aufgesetzt oder einstudiert. Christina ist einfach so, wie sie ist. Ehrlich, herrlich nahbar und trotzdem souverän. Und ganz nebenbei liefert sie auf der Bühne ab. Dem Publikum – und natürlich auch mir – gefällt’s.
Immer wieder blickt Christina auf die MTV Unplugged-Aufzeichnungen von August 2023 zurück. MTV Unplugged lebt von besonderen Momenten – und besonderen Gästen – und sie spricht voller Begeisterung von ihnen: Mathea, Ursula Strauss, Sportfreunde Stiller, Deine Freunde und Wolfgang Ambros waren damals mit dabei. Letzteren hebt sie besonders hervor und dankt ihm in herzlichen Worten: „Der Wolfgang war immer so lieb zu mir und so unterstützend.“
Dann stimmt sie seinen Klassiker „Du bist wia de Wintasun“ an – das Publikum singt sofort begeistert mit.
Dann folgt eine Reihe Songs, die viele von uns durch die Jugend getragen haben – viele davon in völlig neuen Arrangements. Aus dem Pop-Song „Nie genug“ wird etwa eine tanzbare Latin-Version – und Christina schwingt dazu ihr Tanzbein. Am Ende gesteht sie lachend: „Ich hab nie einen Tanzkurs besucht. Das merkt man jetzt wahrscheinlich.“
Der wohl intimste Bühnenmoment des Abends
Ein Moment, der alles still werden lässt und mein persönliches Highlight des Abends ist: „Mama Ana Ahabak“ stammt aus dem Jahr 2003 und ist auf ihrem Debütalbum „Freier Fall“ erschienen. Der Song thematisiert den damaligen Irakkrieg. Jetzt – 20 Jahre später – sind wir erneut mit ähnlichen Konflikten konfrontiert. Es ist erschütternd.
Bei diesem Lied kullern im Publikum Tränen – verständlich. Christina sitzt in der Mitte der Bühne, umgeben von Stille – nur ihre Stimme und das Klavier. Kein Effekt, kein Glamour. Nur Gefühl. Ich bekomme Gänsehaut und lasse mich von Christinas Stimme und Emotionen vollständig mitreißen.
Großes Finale – Emotion, Nostalgie und Standing Ovations
Die Setlist geht weiter, ein emotionales Auf und Ab. Ein Publikums-Lieblingslied des Abends – neben „Scherbenmeer“ – ist ganz klar „Ein Kompliment“. Ein Song, der auch für Christina enorm an Bedeutung hat. Diesen sang sie damals im großen Finale von Starmania und belegte damit den zweiten Platz. Später lernte sie auch die Band kennen und bis heute verbindet sie eine Freundschaft.
Zum Ende hin wird es noch einmal richtig laut: „Ich lebe“ – der Song, mit dem ihre Karriere begann – bringt die Arena endgültig zum Beben. Das Publikum singt jede Zeile mit, springt, tanzt, jubelt. Man spürt: Dieser Song ist nicht nur ein Hit, sondern ein Stück weit österreichischer Popgeschichte.
Und natürlich darf ganz zum Schluss „Engel fliegen einsam“ nicht fehlen – jener Song, mit dem Christina seit Jahren traditionell ihre Shows beendet. Ein ruhiger, emotionaler Ausklang, bei dem viele im Publikum noch einmal ganz still werden. Danach gibt’s tosenden Applaus – und alle gehen sichtlich glücklich nach Hause: Christina und ihre Band – aber auch die Konzertbesucher:innen.
Christina winkt, verbeugt sich, strahlt und bedankt sich für den wunderschönen Sommerabend. Das Publikum klatscht und ganz langsam bewegen sich die ersten Richtung Ausgang.
Auch ich gehe mit einem Lächeln heim und weiß wieder ganz genau, warum ich Christina Stürmer nach wie vor unterstütze: Neben einer großen Portion Nostalgie feiere ich ihre Stimme – und vor allem ihre authentische, warme und nahbare Art.
Kein Feuerwerk, kein Konfetti. Dafür viel Gefühl, klare Stimmen, echte Instrumente.

Setlist Christina Stürmer MTV Unplugged 2025
- Was wirklich bleibt
- Die Welt
- Um bei dir zu sein
- Du bist wia Wintasun (Cover Wolfgang Ambros)
- Ich hör auf mein Herz
- Ohne dich
- Seite an Seite
- Nie genug
- Keine Märchen (Cover Deine Freunde)
- Millionen Lichter
- Bus durch London
- Mama Ana Ahabak
- Scherbenmeer
- Ein halbes Leben
- Zweimal so stark
Zugabe - Ein Kompliment (Cover Sportfreunde Stiller)
- Ich lebe
- Engel fliegen einsam
Du möchtest mehr über Christina Stürmer erfahren? Hier findest du mein Portrait über die Sängerin: Christina Stürmer und ihre traumhafte Musikkarriere nach Starmania





