Am 24. Januar 2026 verzauberte RAYE die ausverkaufte Uber Arena Berlin. Die britische Sängerin, Songwriterin und Ausnahme-Performerin zog mit ihrer “THIS TOUR MAY CONTAIN NEW MUSIC”-Arena-Show Fans aus allen Ecken an und demonstrierte eindrucksvoll, warum sie derzeit zu den Besten im internationalen Pop-R&B zählt.
Und auch wenn ich ohne allzu große Erwartungen in den Abend ging – nicht alle Songs kannte und RAYE noch nie live erlebt hatte – verließ ich die Halle mit umso größerer Begeisterung, spürbar beseelt und um einige musikalische Aha-Momente reicher.
Dieses Konzert war mehr als nur ein regulärer Gig – es war ein Abend in drei Akten, durchzogen von dramatischen Visuals, orchestraler Tiefe und überraschend nahbaren Momenten. Schon der Auftakt hatte etwas von Film-Soundtrack: Mit Gewitter-Lichteffekten, einer schwebenden Wolke, einer schweren Samtkulisse und einem dramatischen Intro nahm RAYE das Publikum mit auf eine emotionale Reise, die von persönlicher Offenheit bis hin zu euphorischen Tanzmomenten reichte.
Sympathisch, witzig, echt – RAYE als Gastgeberin ihres eigenen Pop-Festes
Was diesen Abend neben der spektakulären Inszenierung so besonders machte, war RAYEs Art, mit dem Publikum zu interagieren: sympathisch, humorvoll und überraschend selbstironisch. Zwischen Songs gab es kleine Anekdoten und spontane Kommentare – zum Teil sogar mit Augenzwinkern über die Show selbst: „Ich brauche ein Skript“, scherzte sie einmal über ihr eigenes Bühnenkonzept, was das Publikum zum Lachen brachte und zugleich ihre Nähe spüren ließ. Mich hat ihre Art komplett abgeholt, denn obwohl die Arena riesig ist, fühlte man sich nah an RAYE.
Aber keine Sorge – so charmant sie war, so ernst nahm sie zugleich die musikalische Performance. RAYEs Stimme ist live eine absolute Ausnahme: kraftvoll, nuanciert und mit einer Bühnenpräsenz, die in einer Arena wie der Uber Arena nicht nur gehört, sondern gefühlt wird. Selbst bei den emotionaleren Momenten – etwa bei solo-Intros am Klavier oder Balladen, die in ihrer Verletzlichkeit den Raum sofort zum Schweigen brachten – zeigte sie vokale Präzision und Ausdrucksstärke, die man nicht so oft live erlebt.
Bühnenshow & Orchester – Theater, Rave und alles dazwischen
Musikalisch und visuell war dieser Abend viel mehr als eine klassische Pop-Show. Mal präsentierte RAYE ihre Songs von einem erhöhten Podest mit einem Orchester, das in eleganter Abendgarderobe spielte und damit eine fast jazz-theatralische Atmosphäre erzeugte.
Ein anderes Mal verwandelte sich die Bühne in eine pulsierende Rave-Kulisse (aus RAYE wurde RAVE), bei der Farben, Lichteffekten und Sound in einem fast clubartigen Finale aufeinandertrafen. Diese Bandbreite – von tiefem Gefühl bis zu ekstatischem Groove – machte den Abend zu einem Gesamtkunstwerk, das man lange nachklingen hörte.
Besonders berührend war ein persönlicher Moment, als RAYE vor dem Publikum stand und davon erzählte, wie sie einst als junge Sängerin durch Berlin streifte, um sich inspirieren zu lassen – und nun genau in dieser Arena stand, Jahre später, mit einem ausverkauften Haus. Dieses „I Made It“-Gefühl war kein Pathos, sondern ehrliche Dankbarkeit, die das Publikum sofort zurückgab.
Mein ganz persönliches Highlight des Abends war „Oscar Winning Tears“ – diesen Song live zu erleben, war überwältigend. RAYE übertraf dabei nicht nur sich selbst, sondern auch jede noch so hohe Erwartung. Und als wäre das nicht schon genug, setzte „Where Is My Husband“ gleich zu Beginn ein unmissverständliches Ausrufezeichen: eine unfassbare Energie, die das Publikum sofort von den Sitzen riss und die Arena in einen kollektiven Ausnahmezustand versetzte.
Fazit: Mehr als ein Konzert – ein Erlebnis
Zusammengefasst war RAYEs Show in der Uber Arena ein Konzertabend voller Leidenschaft, Humor, Intimität und Pop-Exzellenz. Eine Künstlerin, die nicht nur Songs singt, sondern Geschichten erzählt – mit Stimme, mit Blicken, mit Energie. Durchdringend und trotzdem nahbar; dramatisch und trotzdem witzig; groß in der Inszenierung und trotzdem authentisch im Ausdruck.
Am Ende standen nicht nur Hits und große Arrangements – sondern ein Gefühl, das noch lange nach dem letzten Ton nachhallt: Dass Popmusik auch im Arena-Format bewegend, überraschend und zutiefst menschlich sein kann. Ich würde RAYE auf jeden Fall noch einmal sehen wollen.
Setlist RAYE „THIS TOUR MAY CONTAIN NEW MUSIC“
- Intro: Girl Under the Gray Cloud
- WHERE IS MY HUSBAND!
- The Thrill Is Gone
- Skin & Bone
- Suzanne
- Beware the South London Lover Boy
- Flip A Switch / Decline
- Five Star Hotels
- The Winter Woman
- Hard Out Here
- Genesis, pt. ii
- Fly Me To The Moon
- Worth It
- Nightingale Lane
- Ice Cream Man
- I Know You’re Hurting
- Oscar Winning Tears
- Click Clack Symphony
- Secrets
- You Don’t Know Me
- Black Mascara
- Prada (Rock Version)
- Joy
- Escapism. (Encore)
Titelbild: © Jennifer Hauska






Hinterlasse einen Kommentar