Es gibt Konzerte, auf die wartet man nicht erst seit ein paar Monaten, sondern eigentlich seit der eigenen Teenager-Zeit. Am 10. September 2026 war es in London endlich so weit: Hilary Duff betrat die O2 Arena – und ich war live dabei.

Und bevor jemand fragt: Ja, Hilary Duff macht immer noch Musik. Und ja, sie gehört definitiv zu den Künstler*innen, die voll vom aktuell anhaltenden 2000er-Hype getragen werden.

Was passiert also, wenn ein Kindheitstraum nach etlichen Jahren des Wartens plötzlich auf die Realität trifft? Ein Abend irgendwo zwischen emotionaler Gänsehaut, erstaunlicher Publikums-Zurückhaltung und der Erkenntnis, dass Becherhalter beim Arenabau schlichtweg unterschätzt werden.

O2-Arena-Premiere: Becherhalter-Liebe vs. Abreise-Fiasko

Mein Premieren-Besuch in der Londoner O2 Arena hinterließ direkt beim Betreten ein erstauntes Nicken: Bequeme Stühle, eine gut durchdachte Infrastruktur und – man glaubt es kaum – tatsächliche Becherhalterungen an den Sitzen. Ganz ehrlich: Da kann sich unsere Wiener Stadthalle definitiv noch eine gehörige Scheibe von abschneiden!

Wer allerdings nach dem Ende dachte, man käme ebenso entspannt nach Hause, wurde eines Besseren belehrt. Das Abreise-Management rund um die U-Bahn-Station war gelinde gesagt semi-optimal und kostete mich geschlagene 60 Minuten zähes Stehen, bis man überhaupt einen Zug von innen sah. Immerhin überdacht. Aber gut: Ein bisschen Transit-Dramatik gehört in London wohl einfach dazu.

Ein Einstieg nach Maß & zeitlose Star-Ausstrahlung

Aber starten wir von vorne. Punktgenau und sichtlich gut gelaunt betrat Hilary Duff die Bühne – und startete direkt mit dem absoluten Ohrwurm „Wake Up“. Spätestens da hatte sich die Anreise nach England schon gelohnt. Und man muss es einfach laut aussprechen: Wie krass gut kann eine Künstlerin bitte aussehen? Mit einer unverschämt tollen Ausstrahlung knüpfte sie nahtlos mit „So Yesterday“ und „Roommates“ an. Für mich war das der perfekte Opener-Hattrick.

Als Hilary das erste Mal im Scheinwerferlicht stand, meldete sich augenblicklich die eigene Jugend zurück: Die Gänsehaut war sofort da und ein paar Tränen ließen sich schlichtweg nicht verdrücken. Es war einer dieser Konzertmomente, in denen man einfach nur glücklich ist, exakt an diesem Ort zu sein.

Highlights, Gänsehaut und ein überraschend leises Publikum

Zwischen den Songs scherzte Hilary viel, zeigte sich wunderbar locker und war sichtlich gerührt. Sie betonte mehrfach, wie tief dankbar sie für die Chance ist, nach all den Jahren auf diesen ganz großen Bühnen zu stehen. Umso verblüffender die Tatsache: Es war tatsächlich ihr allererster Auftritt in der legendären O2 Arena!

Musikalisch reihte sich Highlight an Highlight. Mein persönliches absolutes Spitzen-Set war „Fly“ – ein Song, der mich sofort wieder an den Film „Raise Your Voice“ erinnerte, in dem sie damals die Hauptrolle spielte. Live entfaltete der Track eine gewaltige emotionale Wucht. (Und ja, bei dem Film weine ich bis heute.) Auch absolute Klassiker wie „Come Clean“ und die Kult-Hymne „What Dreams Are Made Of“ endlich einmal live zu erleben, war schlichtweg fantastisch.

Der einzige kleine Wermutstropfen des Abends war erstaunlicherweise die Crowd. Das Londoner Publikum war streckenweise verblüffend leise und zurückhaltend. Selbst beim absoluten Banger „What Dreams Are Made Of“ blieb die Stimmung spürbar verhalten – was der Magie auf der Bühne zum Glück aber keinen Abbruch tat.

Hilary Duff hat in London bewiesen, dass zeitlose Pop-Nostalgie nicht im Museum verstauben muss, sondern auf die größten Bühnen Europas gehört. Mit tollen Visuals, sympathischem Charme und einer Setlist voller Jugenderinnerungen hat sich dieser Trip mehr als gelohnt. Ein rundum gelungenes Konzert, das mich überglücklich in die Londoner Nacht entlassen hat!

Setlist

  1. Wake Up
  2. So Yesterday
  3. Roommates
  4. Weather for Tennis
  5. Play With Fire
  6. Breathe In. Breathe Out.
  7. Sparks
  8. Future Tripping
  9. With Love
  10. Beat of My Heart
  11. You, from the Honeymoon
  12. Anywhere but Here
  13. Growing Up
  14. Fly
  15. Holiday Party
  16. We Don’t Talk
  17. Why Not
  18. Adult Size Medium
  19. Come Clean
  20. Mature
  21. What Dreams Are Made Of

Beitragsbild: (c) Jennifer Hauska


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