Es gibt Künstlerinnen, die begleiten einen nicht nur über ein paar Saisons, sondern prägen das eigene musikalische Fundament für ein ganzes Leben. Bei mir ist eine dieser Künstler:innen seit 2002 Christina Stürmer. Damals saß ich gebannt vor dem Fernseher bei Starmania, verfiel augenblicklich dem deutschsprachigen Pop und bin seither konsequent auf jedem ihrer Konzerte dabei, sobald sie in der selben Stadt spielt, wo ich auch gerade bin.
Auch wenn ich ihre ganz neuen Releases heute vielleicht nicht mehr ganz so exzessiv feiere wie damals: Am Freitagabend im Wiener Gasometer wurde mir schlagartig klar, wie prägend diese Zeit damals einfach für mich war und wie sehr ich deutsche Popmusik eigentlich mag.
Bunt durchmischtes Publikum & das Warm-up im Gasometer
Das Gasometer war am Freitag wirklich hervorragend gefüllt – von den Stehplätzen vor der Bühne bis hin zu den Sitzplätze an den Rängen. Das Schöne daran: Die Crowd war völlig durchmischt. Von der Generation, die damals wie ich mit ihren ersten Hits großgeworden ist, über Familien bis hin zu erstaunlich jungem Publikum war wirklich alles vertreten.
Als Support-Act stand die Wiener Künstlerin PIPPA auf der Bühne. Ihr Sound war musikalisch zwar nicht ganz mein persönlicher Geschmack, aber im Kontext eines heimischen Pop-Abends absolut nachvollziehbar gewählt und lieferte ein solides Warm-up für die Halle.
Nur drei Konzerte 2026: Purer Hunger auf die Bühne
Als Christina Stürmer schließlich die Bühne betrat, spürte man schlagartig die Freude auf allen Seiten. Man merkte ihr und ihrer Band ab Sekunde eins an, wie unfassbar viel Bock sie auf diesen Abend hatten. Kein Wunder: Mit insgesamt nur drei geplanten Live-Shows in diesem Jahr – von denen der Auftritt in Linz leider kurzfristig abgesagt werden musste – war der Termin in Wien umso exklusiver und emotional aufgeladener.
Christina zeigte sich einmal mehr von ihrer absolut besten Seite: Unfassbar sympathisch, bodenständig, nahbar und mit dieser ansteckenden Energie, für die man sie seit über zwei Jahrzehnten kennt. Sie plauderte herrlich aus dem Nähkästchen, schwelgte gemeinsam mit dem Gasometer in alten Erinnerungen und packte ein paar wunderbar ehrliche Anekdoten aus ihren Anfängen und der Starmania-Zeit aus.
„Ich lebe“, „Vorbei“ & „Bus durch London“: Zeitreise zu meinem 12-jährigen Ich
Musikalisch lieferte Christina an diesem Freitag genau das, worauf das Herz eines Langzeit-Fans gehofft hatte: Eine gewaltige Dosis Zeitreise. Spätestens als die ersten Riffs von „Schwarz/Weiß“, „Vorbei“, „Bus durch London“ und der ewigen Hymne „Ich lebe“ durch die Halle hallten, gab es auf den Rängen kein Halten mehr.
Plötzlich stand ich nicht mehr als Erwachsene im Gasometer, sondern fühlte mich auf der Stelle wieder wie damals als Kind. Es war ein tief emotionaler Nostalgie-Moment nach dem anderen. Dieser Abend erinnerte mich auf wunderschöne Weise daran, warum ich deutsche Popmusik ursprünglich überhaupt für mich entdeckt habe und wie tief einen diese Zeilen nach all den Jahren immer noch berühren können.
Christina Stürmer hat im Wiener Gasometer wieder einmal bewiesen, dass sie weit mehr als nur eine Erinnerung an die 2000er-Jahre ist – sie ist eine absolute Ausnahmekünstlerin der österreichischen Musiklandschaft mit Live-Qualität. Ich weiß ganz genau, dass wir uns bestimmt bald wieder sehen werden auf einem ihrer kommenden Konzerte.
Beitragsbild (c) Jennifer Hauska





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