Harry Styles ist zurück auf der ganz großen Bühne – und er hat Amsterdam im Sturm erobert. Für seine aktuellen „Together, Together„-Tour hat sich der britische Pop-Superstar ein besonderes Konzept überlegt: Statt monatelang von Land zu Land zu hetzen, schlägt er seine Zelte nur in einer Handvoll ausgewählter Weltstädte für exklusive Konzert-Residencies auf. Amsterdam hatte die Ehre, als allererster Stopp dieser Tour zu fungieren. Ganze zehn Nächte lang verwandelte er die Stadt in eine gigantische Tanzfläche. Gestern Abend stand das große Finale in der Johan Cruijff ArenA an – und ich war dabei im bunten Party-Getümmel.

Trotz viel Kritik: Amsterdam war im Disco-Fieber

Wer glaubt, dass nach neun Konzerten in derselben Stadt irgendwann die Luft raus ist, kennt die Harries nicht. Auch am zehnten und letzten Abend war die Johan Cruijff ArenA bis fast auf den letzten Platz ausverkauft. Die Energie im Stadion war ab der ersten Sekunde greifbar. Fans aus ganz Europa reisten an, um das Finale live zu erleben. Das zeigt einmal mehr, wie perfekt Harrys Konzept aufgeht: Er bringt die Arena nicht nur zum Kochen, er kreiert ein echtes Gemeinschaftsgefühl. Amsterdam war im absoluten Disco-Fieber.

Man muss aber ehrlich sein: Die Vorfreude auf diese Tour war in der Community von Anfang an von gemischten Gefühlen begleitet. Das Residency-Konzept stieß vielen Fans nämlich ordentlich sauer auf. Für die Community bedeutet dieses Format vor allem eines: finanzielle Schmerzgrenzen überschreiten. Gefühlt verkauft man eine Niere, um Harry live zu sehen – Flüge, Hotel, überteuerte Tickets, das läppert sich. Auch ich bin ehrlich gesagt kein Fan dieser Strategie. Es macht Stadion-Konzerte zu einem exklusiven Luxusgut für diejenigen, die es sich eben leisten können.

Dazu kam eine Ankündigungs-Strategie, die man gelinde gesagt als unglücklich bezeichnen kann. Zuerst wurden nur vereinzelte Termine gedroppt, auf die sich alle in absoluter FOMO-Panik stürzten. Kaum waren die Tickets weg, wurden Salamitaktik-mäßig immer mehr Zusatzshows aus dem Hut gezaubert. Das hat viele Fans zurecht erzürnt – eine offene und transparente Kommunikation von Tag eins an wäre hier deutlich fairer gewesen.

Mr. Harry Styles is back – trotz anfänglichem Ärger

Und auch, wer die Berichte der allerersten Shows Mitte Mai aufmerksam verfolgt hat, konnte zwischen den Zeilen vielleicht auch genau deshalb eine gewisse Anspannung herauslesen. Die neuen, stark disco-orientierten Songs seines aktuellen Albums „Kiss All The Time. Disco, Occasionally.“ mussten sich live erst einspielen, und der Funke sprang anfangs noch etwas verhalten über.

Gestern Abend war von diesem ganzen Vorab-Ärger und der anfänglichen Steifheit jedoch absolut nichts mehr zu spüren. Harry Styles ist über die letzten Wochen komplett aufgetaut – und zwar restlos. Wir bekamen exakt den Harry, den wir lieben: locker, lustig und mit diesem unwiderstehlichen, schelmischen Charisma, das ihn vom Ex-Boyband-Mitglied zu einem der respektiertesten Entertainer unserer Zeit gemacht hat. Der Vibe im Stadion war eine perfekte Mischung aus massivem Stadion-Pop und der intimen Atmosphäre einer ausgelassenen Clubnacht.

Und absolut passend zu diesem Disco-Feeling waren natürlich auch die Fans gekleidet: Überall in der Arena funkelten Pailletten und jede Menge Glitzer – im Gesicht, in den Haaren und im kompletten Outfit. Es sah wirklich toll aus!

Kiss All The Time. Disco, Occasionally und ein echter Bühnen-Marathon

Was ein Harry-Styles-Konzert neben der Musik so besonders macht, ist das Entertainment abseits der reinen Setlist. Und gestern hat der Mann bewiesen, dass er aktuell wohl die beste Kondition im gesamten Pop-Business hat. Harry rannte gefühlt einen kompletten Marathon auf dieser gigantischen Bühne! Es gab für ihn keine „Lieblingsseite“ – er war ununterbrochen in Bewegung, sodass er wirklich von jedem Winkel des Stadions aus perfekt zu sehen war. In den letzten Monaten gab es ja immer wieder Fotos von ihm beim exzessiven Lauftraining; jetzt wissen wir auch endlich, warum. Das war ganz klar die Vorbereitung auf diese Monsterbühne! Zumindest wirkt es so.

Das Design hatte übrigens trotz aller Vorab-Kritik einen unschlagbaren Vorteil: Von den Sitzplätzen aus hatte man eine wirklich gute Sicht auf das gesamte, farbenfrohe Spektakel. Aber auch auf den hinteren Stehplätzen sah man immer noch bestens. Die Bühne ist nämlich extrem hoch gebaut und die zwei charakteristischen Bögen gibt es nach wie vor – deswegen lieber ein paar Meter weiter hinten stehen.

Harry Styles live in Amsterdam
(c) Jennifer Hauska

Emotionale Achterbahnfahrt: Gänsehaut-Momente und Club-Feeling

Musikalisch war der Abend eine absolute emotionale Achterbahnfahrt. Es wurde exzessiv getanzt, unglaublich viel gelacht, aber vor allem auch ordentlich geweint. Als die Live-Streicher, die neben der Band auch dabei waren, bei „Fine Line“ einsetzten und später die epischen Töne von „Sign of the Times“ durch die Arena rollten, gab es im Publikum kein Halten mehr. Besonders in der Reihe direkt hinter mir sind richtig die Tränen geflossen – ein echter Gänsehaut-Moment, der zeigt, wie tief Harrys Songs die Fans berühren.

Trotz dieser großen Emotionen verlor er aber nie seine unbeschwerte Leichtigkeit. Zwischen den Songs suchte er ununterbrochen den Dialog mit den vorderen Reihen. Mit seinem typischen, schelmischen Grinsen las er Plakate vor, scherzte gut gelaunt mit der Crowd und bewies einmal mehr, warum er als einer der charmantesten Entertainer der Musikwelt gilt.

Als er nach fast zwei Stunden die letzten Töne von „As It Was“ in die Amsterdamer Nacht schmetterte, war klar: Der Tour-Auftakt ist mehr als geglückt. London, São Paulo und New York können sich warm anziehen – Harry Styles ist in absoluter Topform.

Setlist Harry Styles Amsterdam Night 10

  • Are You Listening Yet?
  • Golden
  • Adore You
  • Watermelon Sugar
  • Music for a Sushi Restaurant
  • Taste Back
  • Coming Up Roses
  • Fine Line
  • American Girls
  • Keep Driving
  • Ready, Steady, Go!
  • Dance No More
  • Treat People With Kindness
  • Pop
  • Season 2 Weight Loss
  • Carla’s Song / Satellite
  • Aperture
  • Cherry
  • Sign of the Times
  • As It Was

Beitragsbild: (c) Jennifer Hauska


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