Donnerstagabend auf der Donauinsel: Während halb Wien gedanklich vermutlich schon im Pyjama auf der Couch lag, habe ich mich mitten ins Pop-Getümmel gestürzt. Die ersten zwei Künstlerinnen des Tages ließ ich verstreichen, aber genau rechtzeitig zu Milows Gitarren-Sounds stand ich ganz vorne an der Bühne.

Milow live in Wien
(c) Jennifer Hauska

Milow als charmanter Eisbrecher & Leonys Konfetti-(Pop)Feuerwerk

Als Milow auf der Bühne stand, war das Gelände noch angenehm überschaubar gefüllt – eben typisch für einen Wochentag, an dem viele erst nach dem Feierabend anreisen. Der Belgier machte das jedoch mit jeder Menge Charme wett: Er suchte direkt den Kontakt zum Wiener Publikum, sprach erstaunlich gutes Deutsch mit uns und sorgte mit seinen entspannten Gitarren-Vibes für den perfekten Warm-up. Spätestens bei Dauerbrennern wie „You Don’t Know“ und seiner ikonischen „Ayo Technology“-Coverversion hatte er die Menge auf seiner Seite.

Leony live in Wien
(c) Jennifer Hauska

Direkt im Anschluss übernahm Leony – und man merkte sofort, dass die deutsche Pop-Sängerin jede Menge Fans mit im Gepäck hatte. Sie glänzte wie gewohnt mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, bewies in durchchoreografierten Abschnitten echtes Tanztalent und brachte ein gewaltiges Konfetti-Feuerwerk mit auf die Insel. In den vorderen Reihen wurde die Choreo teilweise mitgetanzt, auch wenn spürbar war: Die Luft brannte eigentlich für die Headlinerin des Abends.

Superstar Rita Ora betritt die Bühne

Schon während der Umbauphase auf der Bühne merkte man, dass sich das Areal richtig gefüllt hatte. Das Bühnenbild war ein absoluter Hingucker: Überall üppige Blumenarrangements, extrem verspielt und sommerlich inszeniert. Und dann stand sie da: Rita Ora kam in einem zur Bühne passenden Outfit auf die Bühne. Für mich war es das erste Mal, dass ich Rita Ora live erlebte, und ihre Ausstrahlung sowie ihre gute Laune sprangen ab Sekunde eins direkt auf die Menge über. Ich stand von Anfang an dank meiner Front-of-Stage-Karte sehr weit vorne, aber gegen Ende des Abends landete ich sogar in Reihe 1.

Hit-Garantie, Jugend-Nostalgie und leider viel Halbplayback

Musikalisch brannte Rita Ora ein lückenloses Hit-Feuerwerk ab. Spätestens bei „R.I.P.“ hatte sie mich komplett: Der Song katapultierte mich augenblicklich zurück in meine Jugend – ein echter Nostalgie-Kick, der mich absolut mitriss.

Auch wenn ich Ritas Show wirklich gut fand, fand ich es schade, dass sie sehr viel Halbplayback genutzt hat. Der Gesang war also nicht durchgehend live, sondern sie nutzte ein Band mit Vocals, das mitlief, und sang darüber. Ich möchte damit nicht sagen, dass sie nicht live gesungen hat oder schlecht – das Gegenteil war der Fall, denn Rita Ora hat eine unfassbar gute Stimme. Schade fand ich es trotzdem, weil ich mir sicher bin, dass sie eigentlich mehr zeigen kann. Die Stimmung war trotzdem riesig und wahrscheinlich fiel es den meisten gar nicht so auf wie mir.

Ganz besonders süß fand ich auch ihren Ehemann Taika Waititi, der die ganze Zeit vor mir stand, Rita filmte und dabei so unfassbar stolz aussah.

Man merkte während des Konzerts auch, wie unfassbar dankbar Rita Ora für ihre Fans war. Sie sagte das immer wieder auf der Bühne und kämpfte am Ende sogar sichtlich mit den Tränen. Für sie ist es nach so einer langen Karriere absolut nicht selbstverständlich, dass immer noch so viele Fans zu ihren Shows kommen, um gemeinsam mit ihr zu feiern, zu tanzen und zu singen. Das machte sie sehr nahbar und sympathisch.

Donauinsel Open Air: mein Fazit

Das Donauinsel Open Air hat am Donnerstag bewiesen, wie gut Sommer-Open-Airs auch unter der Woche funktionieren können. Rita Ora hat als Headlinerin geliefert – aber auch Milow und Leony haben perfekt zur Show gepasst. Mein erstes Mal Rita Ora live war ein echtes Highlight und ein rundum gelungener Pop-Abend auf der Insel!

Beitragsbild: (c) Jennifer Hauska


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