Eigentlich war mein London-Trip gedanklich voll und ganz für das Konzert von Hilary Duff reserviert. Doch wer durch die Straßen der britischen Hauptstadt schlendert, stolpert schnell über ungeplante Überraschungen. Ein Plakat zog meine Aufmerksamkeit auf sich: Sam Smith spielte genau an diesem Wochenende im Rahmen der exklusiven „To Be Free“-Residentschaft vier intimere Shows im legendären London Coliseum, um das frisch erschienene fünfte Album „Hazel Eyes“ zu feiern. Ein kurzer, spontaner Abstecher zur Abendkasse – und wie der Zufall es wollte, gab es tatsächlich noch Tickets.
Die Magie des Coliseum & ein spontanes Sitz-Upgrade
Hätte Sam Smith eine reguläre Arena-Show in Wien angekündigt, hätte ich mir wohl kein Ticket mehr gekauft – schließlich hatte ich diese Ausnahmestimme schon einmal live erlebt. Aber Sam Smith im prunkvollen London Coliseum, einer der imposantesten und traditionsreichsten Bühnen der Stadt? Diese Kombination war schlichtweg zu verlockend, um nein zu sagen.
Schon beim Betreten des Gebäudes war klar, dass dieser Abend eine ganz eigene Ästhetik haben würde. Obwohl ich mir spontan nur eine günstigere Karte im oberen Bereich gesichert hatte, war der Ausblick auf die prunkvollen Ränge beeindruckend. Und das Glück meinte es gut mit mir: Da die gesamte Reihe direkt vor mir frei blieb, nutzte ich die Gelegenheit, rückte nach vorne auf und genoss ab da eine fantastische Sicht auf das Geschehen.
Stimmgewaltiger Support & purer Vocal-Luxus
Schon der Support-Act lieferte ab: Sebastian Schub hat eine derart gewaltige, ausdrucksstarke Stimme, dass die Hühnerhaut im Saal schon vor dem Hauptact garantiert war.
Als Sam Smith schließlich die Bühne betrat, lag sofort eine magische Spannung im Raum. Die Ausstrahlung, die Nahbarkeit und vor allem diese unverwechselbare, schwerelose Stimme füllten das historische Theater mühelos aus. Musikalisch stand der Abend ganz im Zeichen der neuen Phase: Neben der Lead-Single „My Guy“ gab es etliche frische Tracks des neuen Albums „Hazel Eyes“ zu hören. Auch wenn ich bei den ganz neuen Songs textlich noch nicht überall sattelfest war, zog mich die schiere Gesangsleistung komplett in den Bann. Diese Stimme ist schlichtweg zu gut, um einen kaltzulassen.
Intimes Theater-Spektakel mit Hit-Garantie
Neben den neuen Songs kamen natürlich auch die großen Klassiker nicht zu kurz: „Unholy“, „Too Good at Goodbyes“ oder „Stay With Me“ Sobald die vertrauten Klänge der weltbekannten Hits durch das Coliseum hallten, hielt es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen. Im gesamten Saal wurde gesungen, getanzt und gefeiert. Die Akustik des Theaters verlieh den Songs eine Tiefe, die man in normalen Sporthallen oft vermisst. Und für mich traumhaft: Es gab absolut gar keine Pyrotechnik.
Auch auf der Bühne war die Freude greifbar: Sam wirkte sichtlich gelöst, scherzte mit dem Publikum und genoss den direkten Kontakt auf dieser besonderen Bühne sichtlich.
Fazit zu Sam Smith in London
Manchmal sind die völlig ungeplanten Entscheidungen auf Reisen die besten. Der spontane Konzertbesuch am Tag nach Hilary Duff hat sich als absoluter Glücksgriff herausgestellt. Sam Smith im London Coliseum zu erleben, war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern ein stimmlich makelloses, stilvolles und rundum gelungenes Pop-Erlebnis, das lange in Erinnerung bleibt.
Setlist
- Love Is a Stillness
- Everlasting Love
- I’m Not the Only One
- My Guy
- Lay Me Down
- Too Good at Goodbyes
- Constant Companion
- Hazel Eyes
- Moondance
- Dancing With a Stranger
- How Do You Sleep?
- Gimme
- Promises
- Ain’t Nobody (Cover)
- Oh Mother
- When He’s Gone
- Burning
- HIM
- Unholy
- Hold On
- Stay With Me
Beitragsbild (c) Jennifer Hauska





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